Lilith Stangenberg

ACTRESS

The Berlin actress Lilith Stangenberg, is one of the most distinctive actresses of her generation. She has performed at numerous renowned theaters, including Schauspielhaus Zürich from 2009 to 2012, Volksbühne Berlin from 2012 to 2017, and Deutsches Schauspielhaus Hamburg, where she currently can be seen in roles such as Ophelia and Antigone.

She also impresses on the big screen with extraordinary roles. She gained international attention with Nicolette Krebitz’s "Wild," in which she plays a woman who begins a romantic relationship with a wolf.
Several outstanding projects followed, such as Alexander Kluge’s "Orphea," Matthias Glasner’s "Sterben,” and "Seneca," directed by Robert Schwentke in which she plays John Malkovich’s young wife.

Next to theater and film she also collaborates with other artists, such as the American artist Paul McCarthy.

She has received numerous awards for her work, including the Art Prize of the Academy of Arts in Berlin in 2025, and has established herself as one of the most unique voices in contemporary German theater and cinema.

Lilith Stangenberg is represented by Katrin Wans.

STERBEN / DYING

COMING UP

 

Exploding Ducks

Lilith Stangenberg plays a significant role in Matthias Glasner’s feature film “Exploding Ducks”. Known for her intense screen presence and nuanced performances, she brings depth and complexity to her character. The film is produced by Port au Prince Film & Kultur Produktion, BR, Schwarzweiss Filmproduktion and SR.

TATORT - UNTER FREUNDEN

Lilith Stangenberg has finished filming for the NDR motion picture “Tatort - Unter Freunden.” The film was directed by Lars Kraume and produced by Nordfilm.

 

FOREVER 16

Lilith Stangenberg stars in the feature film “FOREVER 16.” The film by Brezel Göring had its premiere at the Filmfest München 2026 and was produced by Rapid Eye Movies.

 
 

VARIA

 

Warum Im Reich der Sinne der ehrlichste Liebesfilm ist, den ich je gesehen habe:

»Wahre Liebe heißt Nahrung zu verspeisen, die in den Säften der Liebe getränkt ist.« – Sada Abe an Kichizô

»A Kiss is the beginning of canni­ba­lism« – George Battaille 

Im Reich der Sinne von Nagisa Oshima ist einer der ganz seltenen Filme, die beim Sehen zu einer körper­li­chen und psychi­schen ERFAHRUNG für mich wurden.
Ein Film, der auch ein Ritual ist, der sich im »Tabu« abspielt, im gesell­schaft­li­chen Unter­be­wusst­sein der Menschen und der Zeit, auch unserer Zeit heute, denn jetzt wird er restau­riert wieder in unseren Kinos gezeigt. Er scheint mir alterslos zu sein und ich muss staunen, wie kulturell engstirnig, prüde und vulgär wir noch heute sind, 50 Jahre später.

Nachdem ich ihn neulich wiedersah, und zu Gast war bei Oshimas Liebes­paar Sada und Kichizô, und intime Zeugin ihrer körper­li­chen und seeli­schen Verschmel­zungen, ihrer eroti­schen Eskapaden, ihrem Versuch, dem Leben so nah wie möglich zu sein, wurde – ja seither kommen mir alle anderen Liebes­szenen der Film­ge­schichte völlig verlogen vor! Oshima traut seiner Leinwand alles zu. Er traut seinen Lieb­ha­bern alles zu. Dieser Film ist ein Bekenntnis an das Kino als eine Kraft, die dem Unaus­sprech­li­chem, dem Unzu­mut­baren eine Stimme gibt. Er ist auf seltsame Weise kulti­viert und ursprüng­lich zugleich. Er filmt einen Zustand, wo das Anima­li­sche, das Verschlos­sene im Menschen, das Tier die Regen­ten­schaft übernimmt. Doch Seine Liebhaber sind dabei so zärtlich und kühn, so fein­gliedrig (Mantis Religiosa!), dass sie mir trotz ihren Grau­sam­keiten ganz nahe ans Herz rücken; nichts in mir will sie bremsen oder belehren, ihrer Gesetz­lo­sig­keit den Hahn abdrehen, man will sie nur vor sich selbst beschützen, sodass ihr Spiel ewig weiter­ginge.

Warum will ich diesem Unge­heu­er­li­chen folgen? Wie kommt es, dass keine Entnervt­heit oder Über­rei­zung von zu viel Flüs­sig­keiten und Sinn­lich­keit eintritt? Wieso bete ich diese Sada auch nach dem Liebes­mord wie etwas Gött­li­ches an? Dem Film gelingt etwas irre Wage­mu­tiges: Und zwar vermählen sich hier das Unver­schämte, das empörend Gren­zü­ber­schrei­tende, und die rührende filmische Erzählung, mit der man mitfie­bert, die Magie des Kino mitein­ander.

Oshima traut der Liebe alles zu. Und UNS auch!

Im Reich der Sinne ist der ehrlichste Liebes­film, den ich je gesehen habe: hypno­ti­sie­rend, betörend und voll­kommen entwaff­nend.